Der Berufsstand der Ingenieurkonsulent:innen steht unter wachsendem Druck. Billigstpreislogiken, Preisdumping und strukturelle Schwächen im Planungs- und Bauprozess schwächen nicht nur unseren Berufsstand. Auf dem Spiel steht die Qualität, Sicherheit, Klimaverantwortung sowie Wirtschaftlichkeit der gebauten Umwelt über den gesamten Lebenszyklus hinweg.
Unzureichende Honorare erhöhen Projektrisiken und führen langfristig zu höheren Kosten für Auftraggeber:innen und Gesellschaft. Immer noch sind Ingenieurkonsulent:innen eher nachgelagerte Dienstleister, anstatt frühzeitig und auf Augenhöhe als zentrale fachliche Verantwortungsträger:innen im Rahmen eines integralen Planungsprozesses eingebunden zu werden.
Wir stehen zudem für das konsequente Weitertreiben der Kammerreform – für eine konsolidierte, schlagkräftige Interessenvertretung mit klarer Verantwortung, gebündelten Ressourcen und fairer Mitbestimmung.
Wir setzen uns prioritär für angemessene Honorare und eine qualitätsorientierte Vergabe ein – mit verbindlichen Unterpreiskriterien (Ausschluss von Angeboten mehr als 20 % unter dem Median, einer Begrenzung des Preiskriteriums auf maximal 30 % zugunsten des Bestbieterprinzips sowie fairen und rechtlich ausgewogenen Ingenieurverträgen).
Wir stehen für fairen Wettbewerb und wirksamen Marktschutz – insbesondere gegen Wettbewerbsverzerrungen durch hoch subventionierte Anbieter sowie für die angemessene Berücksichtigung von Referenzen und Marktkenntnis.
Wir stärken die Rolle der Ingenieurkonsulent:innen im Planungsprozess durch verbindliche frühe Einbindung und integrale Planung auf Augenhöhe sowie durch die klare Anerkennung ingenieurkonsulentischer Leistungen als wesentlichen Qualitäts- und Wirtschaftlichkeitsfaktor.
Wir stärken die Rolle der Ziviltechniker:innen in der sozial-ökologischen Transformation und machen ihre hohe fachliche Kompetenz für Dekarbonisierung und Klimaverantwortung der gebauten Umwelt sichtbar – im Einklang mit langfristiger Wirtschaftlichkeit.
Wir fordern mehr Generalplaner:innen-Ausschreibungen sowie Architektur- und Generalplaner:innen-Wettbewerbe mit verbindlicher Einbindung von Ingenieurkonsulent:innen und ausgewogener Besetzung der Wettbewerbs- und Fachgremien.
Wir stehen für eine schlanke Ein-Kammer-Struktur mit starken Regionalrepräsentanzen statt Zersplitterung in vier Einzelkammern, mit fairer Stimmengewichtung entsprechend der Beitragsleistung und einerklar gestärkten Kammer Wien, Niederösterreich und Burgenland.
Wir stärken die Vernetzung der Ingenieurkonsulent:innen untereinander und mit Architekt:innen und setzen einen klaren Schwerpunkt auf Digitalisierung und KI – für mehr Qualität, Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit sowie eine eindeutige ingenieurkonsulentische Verantwortung bei Zukunftsthemen wie BIM und allianzorientierten Projekten.
Wir stärken den Nachwuchs – beim Einstieg in den Beruf wie auch bei der Büronachfolge. Wir setzen uns für transparente Prozesse, bessere Vernetzung und wirtschaftlich realistische Rahmenbedingungen ein, damit Know-how gesichert und unternehmerische Kontinuität ermöglicht wird.
Wir setzen uns für Deregulierung, Normenabbau und Harmonisierung der Bauordnungen ein sowie für gebündelte Genehmigungsverfahren und Verwaltungsvereinfachung – technische Leistungen gehören dorthin, wo die fachliche Verantwortung liegt: zu den Ziviltechniker:innen.